Sonntag, 3. Juli 2016

Punkt, Punkt, Punkt...#27


Punkt, Punkt, Punkt... ist die Folgeaktion des erfolgreichen Kreatives Sonntags Rätsel
 aus dem letzten Jahr, welche wiederum die Folgeaktion der Story Pics 2014 war, eine Folgeaktion der Schnapp-Wort-Story ohne Namen aus dem Jahr 2013
Was es damit auf sich hat, kann man hier bei 
Always Sunny nachlesen. Viel Spaß! 
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Zufluchtsorte

Mit dem Begriff tue ich mich wieder schwer. Ich habe keine wirklichen Zufluchtsorte, eher vielleicht Rückzugsorte, an denen man Ruhe finden oder alleine sein kann, sich einfach wohlfühlt. 
Für mich ist das ist z.B. einfach mein Zuhause, das Domizil auf dem Land, ein Ort, an dem ich mit Familie oder Freunden zusammen sein kann, und vor allen Dingen bin ich es auch selbst. :-)

Zu-Flucht heißt ja, vor irgendwem oder irgendetwas zu flüchten, und ein Zufluchtsort ist demnach ein Ort, an dem man sicher ist. 
Das Leben ist aber nun mal gefährlich und in ständiger Veränderung. Es gibt keine Sicherheiten, und wenn, sind sie von kurzer Dauer. Wir versichern uns aber gerne gegen alle möglichen und unmöglichen evt. eintretenden Situationen, und fühlen uns damit sicher. Oder wir erwarten von anderen, dass sie uns Sicherheit geben. Das kann aber auch nur ein theoretisches Gefühl sein, denn wer soll uns praktisch Sicherheit geben, wenn er auch keine hat und wahrscheinlich selbst auch sucht!? 


Silbermond   -   Irgendwas bleibt


Ich übe seit einiger Zeit nicht mehr zu flüchten, weil es besser ist, sich den Dingen zu stellen, und sich, wenn es sein muss, bewusst zu entziehen. Das ist nicht einfach, und da sind wir fast schon wieder beim Thema Angst, zu dem ich mich letzte Woche ja ausführlich ausgelassen habe. 

Ich komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass der einzige sichere Ort wohl ich selbst bin. Diesen Ort muss ich nicht suchen, er ist immer und überall da und steht mir zu jeder Zeit verlässlich zur Verfügung. Wenn ich in mich gehe, fühle ich mich sicher. Ich bin nicht alleine, denn ich habe ja mich...:-) Und das Vertrauen, dass das Leben nur mein Bestes will und alles einen Sinn hat, auch wenn ich den nicht immer gleich erkenne.  


... Und dann feststellen. dass man auch ungesichert am Abgrund nicht zwangsläufig abstürzt, sondern vielleicht ganz neue, ungeahnte Dinge entdecken kann...







Kommentare:

  1. Hallo Sabine,

    das eigene Selbst als sicherer Zufluchtsort ist gut, und sehr beneidenswert wenn du das für dich kannst. Für mich leider nicht immer umsetzbar. Was ist, wenn der Kopf anders tickt als das Herz? Ich mich vor etwas fürchte, dem ich mich gerade nicht stellen kann, weil es etwas in der Zukunft ist, oder es eigentlich laut Kopf gar nicht relevant ist? Deshalb müssen neben mir immer auch ein paar Personen zur Verfügung stehen, die ich als Zuflucht empfinde, wenn sie mich aus einem Gedanken-oder Gefühlschaos ziehen.
    Deine Ruhezone auf dem Lande klingt immer wieder himmlisch. ♥

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Ja, genau das ist die größte und schwierigste Hürde, den Kopf abzuschalten. Der macht uns nämlich pausenlos einen Strich durch die Rechnung bei dem Versuch, zu uns selbst zu kommen. Und wir haben ja auch gelernt, dass alles im Kopf stattfinden muss, aber das Herz, bzw. der Bauch haben fast immer die intelligenteren Lösungen, und sie liegen eigentlich immer richtig. Der Kopf kann nur das ausspucken, was wir irgendwann mal reingetan haben, da können keine neuen Antworten kommen...

      Probleme und Ängste spielen sich ja nur in der Vergangenheit oder der Zukunft ab, die aber beide nicht existieren. Der Kopf macht sie an Erfahrungen fest, die wir mal in der Vergangenheit gemacht haben, oder konstruiert Situationen in der Zukunft. Nur im Hier und Jetzt findet aber Leben statt, und da sind wir so gut wie nie. Wir machen die meisten Dinge ziemlich unbewusst, leben also quasi am Leben vorbei...

      Sich öfter mal trauen auf sein Bauchgefühl zu hören, auch wenn der Kopf was anderes sagt, ist ein guter Anfang!

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  2. Absolut, ich stimme dir zu 100 % zu, aber ich habe noch kein Patentrezept gefunden, wie ich mich einfach mal mehr auf Bauch und Herzgefühl einlassen kann. Wahrscheinlich sollte man mit kleineren Dingen beginnen, und sich langsam nach vorne arbeiten. Ich bin meist Kopfmensch, weiß es und habe nicht immer gefallen daran. Darüber nachzudenken, dem Denken mal ab und an nicht die Großmacht zu geben, ist sicher ein Anfang.

    Knutschaa an dich ♥

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  3. Hallo :)

    Über den Aspekt mit der Sicherheit habe ich bislang noch nicht so nachgedacht, wobei du mit dem, was du schreibst sehr recht hast.
    Für mich sind Zufluchtsorte mehr Orte, an denen ich abschalten kann und nicht ständig daran erinnert werde, was ich noch so alles zu erledigen habe. An manchen Orten - z.B. Zuhause - fühle ich mich tatsächlich auch irgendwie sicher, aber das hat wohl eher etwas mit einem Kindheitsgefühl zu tun als mit tatsächlicher Sicherheit, die es, wie du so treffend festgestellt hast, nicht gibt.

    Liebe Grüße
    Alke

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  4. Ein Zufluchtsort als Panic Room? Das ist interessant, so habe ich das noch gar nicht gesehen.
    Vertrauen ist schon sehr wichtig und gleichzeitig total schwer, weil da immer das eigene Ego mitmischt.
    LG
    Sabienes

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  5. Guten Morgen, Sabine,

    ich bin diese Woche spät dran mit meinen Kommentaren, denn ich habe das frühmorgendliche Schreiben diese Woche durch Tanzen am Strand ersetzt. Ein toller Zufluchtsort, das kann ich dir versichern. :-)
    Das eigene Selbst als Zufluchtsort - das ist gut. Das ist sogar sehr gut. Könnte es sein, dass Baumhaus, Schreibtisch, Bänkli unter der Linde, Strandspaziergang usw. - also "äussere" Orte - es einem erleichtern, zu dem eigenen "inneren" Ort zu gelangen?
    Zu sich selbst zu kommen, zur völligen Ruhe zu gelangen, ein höheres Bewusstseinsniveau zu erreichen, meditieren zu können, den Kopf abzuschalten - all das tönt für mich und - wie ich lese - auch für andere Menschen völlig schwierig. Geht es aber eigentlich nicht lediglich darum, sich selbst zum Thema werden zu lassen? Sich selbst zum Thema werden zu lassen heisst nach Peter Bieri: „einen Schritt hinter sich selbst zurückzutreten und einen inneren Abstand zum eigenen Erleben aufzubauen.“ Das wäre dann ja für alle möglich, oder?

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende dir liebe Grüsse aus San Mauro Mare
    Barbara

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